Februar 23

Das 90/10-Prinzip: SIE haben die Kontrolle

Heute habe ich im Internet einen schönen Artikel von Stephen Covey gefunden (http://pass-forward.blogspot.com/2010/02/9010-principle.html) und ich erlaube mir, diesen hier in übersetzter und leicht veränderter Version wiederzugeben für alle die im Englischen nicht ganz so „sattelfest“ sind.

Das 90/10-Prinzip

Worum geht es bei diesem Prinzip?

10% des Lebens besteht aus Dingen die Ihnen geschehen.

90% des Lebens wird davon bestimmt, wie Sie reagieren.

Was bedeutet das?

Tatsächlich haben wir KEINE Kontrolle über die 10% die uns geschehen (Manche würden sogar das bestreiten, aber lassen wir das mal so stehen).

Bei den 90% sieht das anders aus.

SIE bestimmen diese 90%.

WIE?

Durch Ihre Reaktion.

Sie können keine rote Ampel kontrollieren.
Aber: Sie können ihre Reaktion kontrollieren.
Lassen Sie sich nichts anderes erzählen.
SIE können kontrollieren, wie Sie reagieren.
—o0o—
Lassen Sie uns dieses Beispiel anschauen:
Sie frühstücken mit Ihrer Familie.
Ihre Tochter stößt eine Tasse Kaffee um, die sich über ihr frisches Hemd ergießt.
Sie HABEN KEINE KONTROLLE darüber, was gerade passiert ist.
Was als nächstes geschieht, wird dadurch bestimmt, WIE SIE REAGIEREN:
Sie fluchen.
Sie schreien Ihre Tochter an, weil Sie die Tasse umgeworfen hat.
Sie bricht in Tränen aus.
Nachdem Sie sie angeschrieen haben, wenden Sie sich Ihrer Frau zu und werfen Ihr vor, die Tasse zu nah an den Tischrand gestellt zu haben.
Daraus entwickelt sich ein kleiner Ehestreit.
Sie stürmen die Treppe hinauf um sich ein frisches Hemd anzuziehen.
Wieder unten, stellen Sie fest, dass Ihre Tochter vor lauter Weinen keine Zeit mehr hatte, ihr Frühstück zu beenden und sich für die Schule fertig zu machen.
Sie verpasst den Bus.
Ihre Frau muss jetzt sofort zur Arbeit gehen.
Sie hetzen zum Auto und fahren Ihre Tochter zur Schule.
Weil Sie spät dran sind, fahren Sie mit 90 Sachen durch eine 50-km/h-Zone.
Mit 15-minütiger Verspätung und einem saftigen Strafzettel für zu schnelles Fahren, kommen Sie an der Schule an.
Ihre Tochter rennt in das Gebäude ohne sich von Ihnen zu verabschieden.
Nachdem Sie 20 Minuten zu spät an Ihrem Arbeitsplatz eingetroffen sind, stellen Sie fest, dass Sie Ihre Brieftasche vergessen haben.
Der Tag hat gräßlich begonnen.
Und er wird schlimmer und immer schlimmer.
Sie sind froh, wenn Sie endlich nach Hause können.
WARUM?
Weil Sie heute Morgen so reagiert haben wie Sie reagiert haben.
Warum hatten Sie einen schlechten Tag?

A) Hat der Kaffee das verursacht?
B) Hat Ihre Tochter das verursacht?
C) Hat Polizist, der Ihnen den Strafzettel verpasst hat, das verursacht?
D) Haben Sie das verursacht?

Die richtige Antwort lautet: D
Sie hatten KEINERLEI KONTROLLE über das, was mit dem Kaffee passiert ist.
Ihre Reaktion in diesen 5 Sekunden verursachte Ihren miserablen Tag!
>>>
Hier lesen Sie, was hätte passieren können und was hätte passieren sollen.
<<<
Kaffee ergießt sich über Ihr Hemd.
Ihre Tochter beginnt fast zu weinen.
Sie sagen sanft zu ihr: „Alles ok, Spätzchen, das ist nicht schlimm. Pass einfach das nächste mal ein wenig besser auf.“
Sie nehmen sich ein Handtuch und gehen nach oben um ein frisches Hemd anzuziehen. Sie stecken Ihre Brieftasche ein, kommen in aller Ruhe wieder herunter.
Sie schauen aus dem Fenster und sehen Ihre Tochter, wie Sie zum Bus geht.
Sie dreht sich herum und winkt Ihnen zu.
Sie kommen 5 Minuten zu früh zu Arbeit und begrüßen Ihre Kollegen und Mitarbeiter mit bester Laune.
Bemerken Sie den Unterschied?
Zwei verschiedene Szenarios.
Beide haben gleich begonnen.
Jedes endet aber anders.
WARUM?
Wegen der Art, wie Sie reagiert haben.
Sie haben wirklich keine Kontrolle über 10% dessen, was in Ihrem Leben passiert.
Die anderen 90% werden durch Ihre Reaktion bestimmt.
—————————————-
Absolut alles was wir tun, geben, sagen oder auch nur denken,
ist wie ein Boomerang.
Es wird zu uns zurück kommen.
Wenn wir etwas haben möchten, müssen wir zuerst lernen zu geben…
Vielleicht stehen wir am Ende mit halbleeren Händen da, aber unsere Herzen werden von Liebe erfüllt sein.
Und diejenigen, die das Leben lieben,
haben dieses Gefühl fest in Ihrem Herzen.
Ich finde der Mann hat Recht, Sie nicht auch?
Also denken Sie mal öfter an das 90/10-Prinzip, vor allem dann, wenn Ihr Kind das nächste Mal etwas umwirft, ok?

Februar 21

Manchmal wünschte ich, ich wäre wie meine Katze….

IMG_1245-b

Meine Katze hat immer nur ein Ziel: Sie will, dass es ihr gut geht.

Sie tut genau das, was sie will. Weil sie will, dass es ihr gut geht.

Sie tut nichts jemand anderem zuliebe. Weil sie nur will, dass es ihr gut geht.

Sie frisst wann sie will und nicht, wenn sie soll. Weil sie will, dass es ihr gut geht.

Sie glaubt nicht, sie müsse etwas Bestimmtes erreichen um etwas wert zu sein. Denn sie weiß, dass sie ein wundervolles Wesen ist, genau so wie sie ist.

Sie wehrt sich, wenn ihr etwas nicht gefällt. Notfalls mit Krallen und Zähnen. Und sie hat nie ein schlechtes Gewissen. Denn sie weiß, es ist ihr Recht dafür zu sorgen, dass es ihr gut geht.

Meine Katze ist stolz auf sich, egal was sie tut. Weil sie will, dass es ihr gut geht.

Und meine Katze genießt jedes einzelne ihrer Nickerchen aus ganzem Herzen. Und das ohne einen Hauch von schlechtem Gewissen, wie wir Menschen das immer glauben haben zu müssen….

Aber eines weiß meine Katze wahrscheinlich nicht (es wäre ihr wohl auch egal).
Sie hat uns Menschen am meisten zu geben, wenn sie zufrieden mit sich und der Welt ist und sich schnurrend an einen von uns schmiegt.

Und darum ist es gut, dass meine Katze immer dafür sorgt, dass es ihr gut geht.

Februar 7

4 Fragen zur Freiheit: The Work (Byron Katie)

Heute möchte ich Ihnen eine weitere Möglichkeit vorstellen, mit einer wirklich sehr einfachen Technik oft große Veränderungen zu bewirken.

Und zwar geht es um die 4 Fragen die von Byron Katie entwickelt und als „The Work“ bekannt geworden sind.

Der einzige Haken an dieser Methode ist (wie übrigens bei vielen extrem hilfreichen Methoden….), dass sie so einfach ist. Man nimmt die Sache daher oft nicht so richtig ernst. Oder man versucht es gar nicht erst. Oder man liest darüber, denkt kurz darüber nach, probiert es vielleicht mal halbherzig aus um dann rasch alles wieder zu vergessen.

So sind wir nun mal gestrickt: unser ganzes Leben lang hat man den meisten von uns beigebracht, dass alles was gut ist, entweder teuer, unangenehm oder unglaublich kompliziert sein muss. Ich glaube fast, dies ist eine der schlimmsten Unwahrheiten oder Realitäts-Verzerrungen, die uns erzählt wurden. Wenn Sie Kinder haben, dann tun Sie Ihren Kindern einen großen Gefallen, wenn Sie ihnen die Wahrheit sagen: manchmal sind die wirklich guten Dinge fantastisch einfach, unkompliziert und ganz und gar umsonst! :-)

Zurück zu Byron Katie.

Für diejenigen die es gerne ein wenig genauer nachlesen möchten, stelle ich hier ein kostenloses eBook von Byron Katie zur Verfügung.

Für alle, die es einmal ausprobieren möchten hier die Kurzversion:

Denken sie an irgendein Problem oder eine mit negativen Emotionen besetzte Situation, die Sie belastet. Anfangs ist es übrigens einfacher, The Work mit Problemen zu machen, die wir bezüglich einer anderen Person haben.

Und nun stellen Sie sich folgende Fragen:

1) Ist das wahr?

2) Kann ich wirklich wissen, dass es wahr ist? Also kann ich ganz sicher sein, dass es wahr ist?

3) Wie reagiere ich, wie fühle ich mich, wenn ich diesen Gedanken denke?

4) Wer oder was wäre ich ohne diesen Gedanken? Wie würde ich mich ohne diesen Gedanken fühlen?

Und zum Abschluß etwas Spannendes: jetzt drehen sie den Gedanken um. Das bedeutet, Sie formulieren ihn quasi mit entgegengesetzten Vorzeichen, wofür es oft mehrere Varianten gibt.

Und warum hilft diese einfache Methode so gut?
Ich glaube da spielen mehrere Wirkkomponenten eine Rolle wie z.B..

  • Wir halten inne und erlauben uns, überhaupt erst einmal wahrzunehmen, was wir da eigentlich fühlen.
  • Wir hinterfragen unsere Glaubenssätze und erinnern uns damit sehr schnell daran, dass es keine endgültigen Wahrheiten gibt. Dass nichts jemals eindeutig wahr oder falsch sein kann, dass es immer ein sowohl-als-auch geben kann.
  • Wir stellen fest, dass wir einem Gedanken nachhängen, der uns nicht gut tut und von dem wir nicht einmal sicher sein können, dass er wahr ist.
  • Und durch das Umkehren können wir daran denken, dass alles was sich scheinbar im Außen abspielt, immer nur widerspiegelt was tatsächlich in unserem Inneren vor sich geht.

Ein Beispiel: Meine Tochter macht Sonntag morgens einen Heidenlärm und ich ärgere mich darüber, weil Sie mir dadurch meinen „Ausschlaf-Tag“ verleidet.  Der negative Gedanke lautet also z.B. „Sie sollte mehr Rücksicht auf meine Bedürfnisse nehmen.“
Jetzt die Fragen:

1) Ist das wahr?
Nun, eine grundlegende Wahrheit ist das sicher nicht. Denn Kinder sind nicht dazu geboren, immer lang zu schlafen und leise und rücksichtsvoll durchs Haus zu schleichen. Im Gegenteil: tatsächlich würde ich mir um ein dauerhaft rücksichtsvolles Kind sogar ziemliche Sorgen machen.

2) Kann ich wirklich wissen, dass das wahr ist?
Selbst wenn ich unter 1) noch mit einem überzeugten „Ja!“ geantwortet hätte, würde ich spätestens jetzt wahrscheinlich zumindest ins Grübeln kommen.

3) Wie reagiere ich, wenn ich diesen Gedanken denke?
Ich werde ärgerlich, fühle mich unverstanden und provoziert. Ich bin gereizt und gehe mit schlechter Laune in den Tag.

4) Wer oder was wäre ich ohne diesen Gedanken?
Vielleicht wäre ich entspannt und guter Dinge, könnte mich auf einen entspannten Tag freuen und wäre glücklich, dass mein Kind gesund und voller Energie und Tatendrang ist.

Und nun der spannendste Teil: jetzt drehe ich es um.

a) ICH sollte mehr Rücksicht auf MEINE Bedürfnisse nehmen.
oder
b) ICH sollte mehr Rücksicht auf IHRE Bedürfnisse nehmen.
oder sogar
c) SIE sollte mehr Rücksicht auf IHRE Bedürfnisse nehmen.

Für mich sind vor allem die Sätze a) und b) ziemlich stimmig und ich spüre, während ich sie formuliere, wie sich in mir etwas verändert.

Voilà, ein wunderbarer Sonntag kann beginnen!