Februar 5

Die ganz große Liebe

Es gibt im Leben diese eine ganz große Liebe.

Diesen einen Menschen, der das Wichtigste für uns ist.
Diesen Menschen, dem wir grenzen- und bedingungslos vertrauen sollten.
Den wir immer unterstützen sollten.
Dem wir Mut machen sollten, wenn er sich vor etwas fürchtet.
Den wir unterstützen sollten, wenn er etwas schwieriges vor sich hat.
Den wir ermuntern und mit dem wir uns über jeden Erfolg freuen sollten.

Diesen einen Menschen, dem wir immer wieder sagen sollten, was wir alles an ihm mögen.
Mit dem wir lachen sollten.
Und mit dem wir weinen sollten.
Dem wir jeden Fehler verzeihen sollten.
Den Menschen, an dem wir Stärken sehen sollten, von denen er selbst nichts weiß.
Und dessen vermeintliche Schwächen wir genauso mögen sollten, weil wir wissen,
dass auch sie es sind, die ihn unverwechselbar machen.

Diesen Menschen, für den wir uns auch genügend Zeit nehmen sollten.
Zu dem wir ehrlich sein sollten,
und dem wir unsere tiefsten Geheimnisse anvertrauen sollten.
Diesem Menschen, der derjenige sein sollte, der alles über uns wissen darf.
Weil wir wissen, egal was es ist, er wird Verständnis für uns haben.

Diesen Menschen, von dem wir immer wissen sollten, dass er etwas ganz Besonderes ist.
Von dem wir wissen sollten, dass er ein einzigartiger Mensch ist.
Von dem wir wissen sollten, dass er auf seinem Weg ist,
und dass wir ihn dabei immer unterstützen werden.

All das sollten wir tun.
Und wenn wir es manchmal vergessen,
dann sollten wir uns freundlich daran erinnern,
wieder netter zu diesem wichtigsten  Menschen in unserem Leben zu sein.
:-)
Also los. Tun Sie’s. Sagen Sie was Nettes zu sich selbst.

Und stellen Sie sich vor den Spiegel und lächeln Sie sich freundlich an.

Sie fühlen sich besser.

So ist das nämlich mit der Liebe.

Februar 5

Die goldene Schraube – oder: was wären wir ohne unsere Symptome?

„Ein Knabe wird geboren. Er ist gesund und wunderschön. Das Kind hat zum Entsetzen der Eltern nur einen einzigen Fehler: Anstatt des üblichen Bauchnabels hat das Kind eine goldene Schraube. Die Eltern achten peinlich darauf, dass niemand diesen Makel zu Gesicht bekommt. Sie reisen von Arzt zu Arzt und von Land zu Land. Aber niemand weiß Rat. Weder mit List noch mit Gewalt: Diese Schraube bewegt sich keinen Milimeter.

Das Kind ist schließlich ein erwachsener Mann. Wie die Eltern hat der Mann nur ein Bestreben: Die goldene Schraube muss weg.

Er reist von Kontinent zu Kontinent. In Indien bekommt er schließlich den Rat, dass hoch oben im Himalaja ein Baum sei, und dort könne er die Lösung finden. Der Weg wird ihm beschrieben, und er macht sich auf die lange, beschwerliche Reise. Tatsächlich, an der beschriebenen Stelle ist besagter Baum. Sehr müde schläft der Mann mit dem goldenen Bauchnabel ein. Er träumt einen langen Traum, an dessen Ende er einen Busch findet, der unzählige goldene Werkzeuge trägt. Eines dieser Werkzeuge ist ein goldener Schraubenschlüssel, der anscheinend genau die Größe seiner Bauchnabelschraube hat. Er nimmt sich diesen Schlüssel im Traum und setzt ihn an seinen Bauchnabel. Und in der Tat – mit diesem Schlüssel öffnet sich seine goldene Schraube spielend.

Er wacht etwas benommen unter dem Baum im Himalaja auf. Er erinnert sich noch deutlich an den Traum. Plötzlich wird ihm klar, was er geträumt hat, und er reißt sich das Hemd aus der Hose und schaut auf seinen Bauch: Die goldene Schraube ist weg!

Ein Gefühl der Glückseligkeit überströmt ihn. Er springt auf. Hinter sich hört er ein schepperndes Geräusch. Verwundert schaut er sich um und stellt fest, dass ihm der Hintern abgefallen ist.“

(aus Bernhard Trenkle: „Das Ha-Handbuch der Psychotherapie“)

 

Und nun überlegen Sie mal:
wer oder was wären SIE eigentlich ohne Ihr Symptom?