April 30

Wie Sie Twitter für ein Freude-Tagebuch nutzen können

Kürzlich habe ich mal wieder mit dem begonnen, was ich meinen Klienten immer ans Herz lege: das Führen eines Freude- und Dankbarkeitsbüchleins.

Das bedeutet, ein Büchlein in welches man lauter Dinge schreibt, für die man dankbar ist oder die einem Freude bereitet haben.  Und: natürlich kann man auch Dinge reinschreiben, die einem Freude bereiten würden, die man vielleicht irgendwann mal tun möchte, die einem aber schon gut tun, wenn man nur daran denkt. Wichtig ist aber, dass man sich dabei möglichst kurz hält, sonst hört man erstens die Schreiberei bald wieder auf, zweitens liest es sich so einfacher nach.

Und natürlich sollen hier nicht nur die „großen“ Freuden rein, sondern auch und vor allem die kleinen Dinge des Alltags, die man sonst ja meist übersieht oder zumindest schnell wieder vergisst.

So habe ich heute zum Beispiel folgendes geschrieben:

– Ich freue mich, dass ich eine wunderbare Haushaltshilfe gefunden habe.
– Ich freue mich über dieses wunderbar erfrischende Eis.
– Ich bin dankbar für meine Arbeit.
– Ich freue mich über das herrliche Lachen meiner Tochter.

Manchmal sagen Klienten zu mir, sie hätten Schwierigkeiten mit dieser Aufgabe, denn es würde ihnen einfach nichts einfallen, was sie aufschreiben könnten. Oder manche sind sich nicht sicher, ob sie bestimmte Dinge hineinschreiben „dürfen“ und ähnliches. Wieder andere fühlen sich so miserabel, stecken in einer so schwierigen Situation, dass sie glauben, in dieser Lage gäbe es einfach nichts Positives in ihrem Leben. Aber das ist ein Trugschluss, irgendetwas findet man immer. Denn es muss nichts großartiges sein, es genügt wenn man sich einfach nur ein wenig besser fühlt mit diesem Gedanken (denken Sie daran: es kann schon gut tun, wütend zu sein anstatt deprimiert).

Dazu mein Tipp: wenn das was Sie aufschreiben möchten, zu einem der folgenden Sätze passt, dann passt es auch in Ihr Büchlein:

– Es war so schön, als………..
– Es ist so schön, dass………..
– Es tut mir so gut, wenn……..
– Ich bin so froh, dass……..
– Bestimmt wäre es schön, wenn……….

Warum man sich diese Dinge aufschreiben sollte, dafür gibt es vier wirklich gute Gründe:

1) Es tut gut, sich bewusst zu  machen, wieviele schöne Dinge es auch im „ganz normalen Alltags-Wahnsinn“ gibt.

2) Wenn man einmal einen schlechten Tag hat oder gar in einer depressiven Phase feststeckt, kann es unglaublich hilfreich sein, sich diese Aufschriebe ein paarmal durchzulesen. Oft kann das schon genügen um sich wieder besser zu fühlen.

3) Möglicherweise kann einem dieses Büchlein aber auch eine Anregung geben, wie man sich vielleicht an diesem Tag aus diesem Tief wieder herausholen kann. Wenn man z.B. einen Eintrag von vor drei Wochen liest  „Es war so schön, eine Weile nur im Park auf der Bank zu sitzen“, dann kann es sein, dass man das an einem schlechten Tag einfach mal ausprobiert, ob es einem vielleicht wieder gut tut. Denn meist ist es ja so, dass wenn wir uns schlecht fühlen, uns meistens überhaupt keine gute Idee kommt, wie wir das ändern könnten. Das Büchlein kann uns dabei auf die Sprünge helfen.

4) Und zuguterletzt praktiziert man dadurch tagtäglich Selbsthypnose und zwar immer wenn man in das Büchlein schreibt, darin liest oder auch nur daran denkt. Und das ganz ohne einen Therapeuten dafür zu bezahlen… :-)

Und was hat Twitter mit all dem zu tun?

Jetzt kommt noch der Tipp für Menschen die viel am Computer arbeiten, die vielleicht schon einen Twitter-Account haben oder die vielleicht noch Twitterer werden wollen:

Twitter ist ja eine Internet-Plattform für Kurznachrichten, d.h. man schreibt kurze Texte oder weist auf interessante Dinge hin, kurz, man schreibt über alles, was für andere vielleicht interessant sein könnte. Und jeder den diese Dinge interessieren, der kann dann solch einen Twitter-Account abonnieren und wird dann zum „Follower“ dieses Twitterers.

Nun kann man bei Twitter mehrere Accounts anmelden und es gibt auch die Möglichkeit, einen Account auf privat zu schalten, d.h. diesem Account können nur Menschen folgen (d.h. nur diese können die Nachrichten lesen), die dazu freigeschaltet wurden. Diese Möglichkeit ist für unsere Zwecke wichtig, weil ein solches „Positiv-Büchlein“ ja eher eine private Sache ist und man vielleicht nicht möchte, dass andere Personen diese Dinge mitlesen.

Und damit kann man nun folgendes tun: man registriert sich bei Twitter bzw. legt sich einen zusätzlichen Twitter-Account an. Dann geht man auf „Einstellungen“ und setzt ein Häkchen bei „Meine Tweets schützen“. Jetzt kann man Tweets schreiben und niemand kann diese lesen ausser man selbst. Und Einträge bei Twitter dürfen max. 140 Zeichen lang sein, somit laufen Sie nicht Gefahr zu viel, zu kompliziert und zu ausführlich zu schreiben.

Wer noch einen anderen Account hat, also auch „ganz normal“ twittern möchte, der kann entsprechende Multi-Account-Tools verwenden (z.B. Tweetdeck).

Der Vorteil für Menschen die oft vor dem PC oder Laptop sitzen liegt darin, dass man jetzt keine extra Datei öffnen muss oder ständig ein kleines Notizbuch zur Hand haben muss. Sondern man postet einfach ein kurzes Tweet in seinen geschützten Account und hat dann seine „Freude-Liste“ ständig auf dem Bildschirm, so dass man immer wieder einen Blick darauf werfen kann (meist sogar nur unbewusst).

Und oft wundert man sich abends dann, warum man sich heute so gut fühlt.  :-)

Also los, los, jetzt gibt es nicht mal mehr für (hand-)schreibfaule PC-Freaks eine Ausrede.
Viel Spaß bei Ihrer Freude-Liste!

P.S.: Und hier können Sie sich aus Ihren privaten Freude-Tweets sogar ein eBook machen lassen: http://tweetbook.in/index.php


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Veröffentlicht30. April 2010 von Katharina Hille in Kategorie "Was gut tut

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