November 7

Warum Ausgeglichenheit vielleicht gar nicht das Richtige für Sie ist

Kürzlich habe ich ein wirklich tolles Buch gelesen: „It was always meant to happen this way“ von Brooke Castillo.

Ein Kapitel darin hat mir besonders gut gefallen, darum möchte ich es hier wiedergeben (frei von mir übersetzt).

Ausgeglichenheit

Ich kann es nicht ertragen, wenn Coaches dieses Wort benutzen. Jedes Mal wenn ich es höre, zucke ich zusammen. Sogar wenn ich selbst diejenige bin, die es sagt.

 Ich glaube nicht an Ausgeglichenheit. Ich will keine Ausgeglichenheit.

 Ich liebe Extreme.

 Aber nur, wenn sie Spaß machen.

 Aber mal ernsthaft, wie oft haben Sie sich selbst niedergemacht, weil Sie nicht ausgeglichen genug sind?

Vielleicht verbringen Sie nicht genug Zeit mit Ihren Kindern oder kochen richtiges Essen oder gleichen Ihr Konto aus  oder rufen Ihre Mutter oft genug an. Sie denken, wenn Sie mehr Ausgeglichenheit in Ihrem Leben hätten, dann würden Sie all diese Dinge tun. Alles hätte seinen speziellen Platz in Ihrem schönen „Ausgeglichenheits-Kuchen“.

 Für mich bedeutet Ausgeglichenheit, dass Sie alles ein bisschen tun und Sie sich dabei in nichts richtig hinein knien.

 Letztes Wochenende machte ich einen Kurzurlaub mit meiner besten Freundin. Und nichts daran war irgendwie ausgeglichen. Wir fuhren Wasser-Ski bis wir uns kaum noch bewegen konnten, wir haben Lakritze zum Frühstück gegessen, wir haben gelacht bis unsere Männer die Augen verdreht haben und wir haben Pläne gemacht, wie wir all das nächste Woche wiederholen könnten.

 Wir sind beide Vollzeit-Mütter und vollzeit berufstätig. Wir sind nicht ausgeglichen.

 Manchmal vergessen wir, unseren Kindern was zu essen zu geben („Gute Nacht Mama. Ich liebe dich. Warum haben wir heute eigentlich nicht zu Abend gegessen?“). Manchmal vergessen wir unsere Arbeit zu erledigen, weil wir mit unseren Kindern spielen. Und manchmal verbringen wir drei Stunden mit Nägel lackieren, obwohl in unserem Haushalt Chaos herrscht und auf unserem Schreibtisch jede Menge Arbeit wartet. 

Ausgeglichenheit würde nichts von all diesem Spaß erlauben.

 Meine Mutter erzog mich dazu, vielseitig zu sein. Sie wollte, dass ich gut bin in den meisten Dingen und viele Erfahrungen mache, aber ich glaube ich entwickelte mich ziemlich extrem.  Ich möchte kein gutes Einkommen, ich will Multi-Millionärin sein.

Ich möchte kein guter Coach sein, ich will die Welt meiner Klienten radikal verändern.
Ich will keine Ausgeglichenheit zwischen Arbeit und Leben, ich will ein riesiges Durcheinander.
Ich will akzeptieren, dass ich vielleicht vergessen habe, meinen Kindern am Mittwoch etwas zu essen zu machen, aber dafür am Donnerstag ein 4-Gänge-Menü gezaubert habe.

 Ich bin es leid, mich dafür runterzumachen, was ich nicht bin und ich bin es leid zu hören, wenn meine Freunde das gleiche mit sich selbst tun.

Ich möchte sein wer ich bin, absolut extrem und intensiv und immer auf der Suche nach Freude.

Ich möchte, dass meine Kinder sehen, dass ich nicht ausgeglichen bin. Ich möchte mich aus der Fessel der Perfektion befreien, darum brauche ich keine Ausgeglichenheit, sondern lebe mein Leben von einem Extrem zum nächsten.

Wollen Sie mich begleiten?

–aus: „It was always meant to happen this way“ von Brooke Castillo


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Veröffentlicht7. November 2013 von Katharina Hille in Kategorie "Was gut tut

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