November 26

Das Ei – Eine wunderbare Geschichte von Andy Weir

Andy Weir wurde vor allem mit seinem Buch „Der Marsianer“ berühmt, das in 2015 unter der Regie von Ridley Scott unglaublich erfolgreich verfilmt wurde. Von Andy Weir stammt aber auch diese kleine Geschichte, die wahrscheinlich nicht ganz so viele Leute kenne, die aber wunderschön ist. Ich liebe diese Geschichte und finde sie gerade jetzt zur der morgen beginnenden Vor-Weihnachtszeit ganz besonders passend.

Das Ei – von Andy Weir

Du warst auf dem Heimweg als du gestorben bist.

Es war ein Autounfall. Nichts speziell Bemerkenswertes, aber dennoch tödlich.

Du hast eine Frau und zwei Kinder hinterlassen. Die Notärzte haben ihr Bestes gegeben, um Dich zu retten, aber ohne Erfolg.

Dein Körper war so zerschmettert, dass Du so ohnehin besser dran bist. Vertrau mir.

Und dann hast Du mich getroffen.

„Was… ist passiert?“, hast Du gefragt. “Wo bin ich?”

„Du bist gestorben.“, sagte ich. „Kein Grund für Schön-Rederei.“

“Da war ein… ein LKW, der ins Schleudern geraten ist…”

“Japp”, sagte Ich.

“Ich … ich bin tot?”

“Japp. Aber mach Dir nichts daraus. Jeder stirbt.” sagte Ich.

Du hast Dich umgeschaut. Da war Nichts. Nur Du und Ich. “Wo sind wir hier?”, hast Du gefragt. “Ist das hier das Leben nach dem Tod?”

“Mehr oder weniger” sagte Ich.

“Bist Du Gott?” Fragtest Du.

“Japp”, erwiderte Ich. “Ich bin Gott.”

“Meine Kinder… meine Frau” sagtest Du.

“Was ist mit ihnen?”

“Geht es ihnen gut?”

“Genau das sehe ich gerne” sagte Ich “Du bist gerade gestorben und Deine Hauptsorge gilt Deiner Familie. Das ist eine gute Sache.”

Du sahst mich an und warst fasziniert von mir. Du nahmst mich mehr als eine Person wahr statt als Allmächtiger. Mehr ein Grunschullehrer als ein Gott.

“Mach Dir keine Sorgen,” sagte Ich “Mit ihnen wird alles gut. Deine Kinder werden sich an Dich als umfassend perfekt erinnern. Sie hatten keine Zeit, Dich gering zu schätzen. Deine Frau wird nach außen hin weinen, aber heimlich erlöst sein. Um fair zu sein, deine Ehe war dabei auseinander zu fallen. Wenn es Dir ein Trostpflaster ist, sie wird sich sehr schuldig fühlen, dass sie sich so erlöst fühlt.”

“Oh,” sagtest Du. “Also, was passiert jetzt? Komme ich in den Himmel oder in die Hölle?”

“Nichts dergleichen,” sagte Ich. “Du wirst reinkarniert.”

“Ah,” sagtest Du. “Dann hatten also die Hindus recht.”

“Alle Religionen haben auf ihre eigene Weise Recht” sagte Ich. “Geh mit mir ein Stück.”

Du folgtest mir als wir durch die Leere spazierten. “Wo gehen wir hin?”

“An keinen bestimmten Ort,” sagte Ich “Es ist einfach nett ein bisschen zu laufen, während wir sprechen.”

“Also, worum geht´s überhaupt?” Fragtest Du. “Wenn ich wieder geboren werde, bin ich ein unbeschriebenes Blatt, oder? Ein Baby. Also werden alle meine Erfahrungen und alles was ich in meinem Leben getan habe, nicht von Bedeutung sein.”

“Nein!” sagte Ich. “Du trägst alles Wissen und Erfahrungen von all Deinen vergangenen Leben in Dir. Du erinnerst Dich jetzt einfach nicht an sie.”

Ich hielt an und fasste Dir an die Schulter “Deine Seele ist großartiger, schöner und gigantischer als Du Dir irgendwie vorstellen könntest. Ein menschlicher Geist kann nur einen winzigen Teil von dem erfassen, was er ist. Es ist als ob man seinen Finger in ein Glass Wasser steckt, um zu sehen ob es heiß oder kalt ist. Du steckst einen winzigen Teil von Dir selbst in das Gefäß, und wenn Du ihn wieder herausziehst, hast Du alle Erfahrungen davon erhalten.”

“Du warst die letzten 48 Jahre in einem Menschen, also hast Du Dich noch nicht ausgebreitet und den Rest Deines immensen Bewusstseins gefühlt. Wenn wir lange genug hierbleiben würden, würdest Du anfangen Dich an alles zu erinnern. Aber darin liegt kein Sinn, das zwischen den Leben zu tun.”

“Wie oft wurde ich denn bereits reinkarniert?”

“Oh, viele Male. Viele, viele Male. Und in vielen verschiedenen Leben.” sagte Ich. “Dieses Mal wirst Du eine chinesische Bäuerin, 540 n. Chr.”

“Warte, was?” hast Du gestammelt “Du schickst mich zurück in der Zeit?”

“Nun ja, technisch gesehen, schon. Zeit, so wie Du sie kennst, existiert nur in Deinem Universum. Die Dinge laufen anders, da wo ich herkomme.”

“Wo kommst Du her?”, sagtest Du.

“Also sicherlich,” Erklärte Ich “Komme ich irgendwo her. Irgendwo anders. Und es gibt andere wie mich. Ich weiß Du möchtest wissen, wie es dort ist – aber ehrlich gesagt, würdest Du es nicht verstehen.”

“Oh,” erwiderst Du, etwas niedergeschlagen. “Aber warte mal. Wenn ich wiedergeboren werde, zu anderen Plätzen in der Zeit, könnte ich doch irgendwann mal mit meinem selbst interagiert haben?”

“Klar. Passiert ständig. Und dadurch, dass beide Lebensspannen nur über sich selbst bewusst sind, würdest Du gar nicht wissen, dass es passiert.”

“Und was ist dann der Grund für das alles?”

“Ernsthaft?” frage Ich. “Ernsthaft? Du fragst mich nach dem Sinn des Lebens? Ist das nicht ein bisschen stereotypisch?”

“Nun, es ist eine angemessene Frage.”

Ich sah Dir in die Augen. “Der Sinn des Lebens, der Grund warum ich dieses ganze Universum erschaffen habe, ist, damit Du heranreifst.”

“Du meinst die Menschheit? Du willst, das wir reifen?”

“Nein, nur Du. Ich habe dieses gesamte Universum für Dich erschaffen. Mit jedem neuen Leben, dass du lebst, reifst Du heran und wirst zu einem größeren und großartigeren Intellekt.”

“Nur Ich? Was ist mit allen anderen?”

“Es gibt keine anderen” sagte Ich. “In diesem Universum gibt es nur Dich und mich.”

Du starrst mich mit leeren Augen an. “Aber all die Menschen auf der Erde…”

“Alles nur Du. Verschiedene Inkarnationen von Dir.”

“Warte. Ich bin alle!?”

“Jetzt hast Du es.” sagte Ich mit einem gratulierenden Klaps auf den Rücken.

“Ich bin jeder Mensch, der jemals gelebt hat?”

“Oder der jemals leben wird, ja.”

“Ich bin Abraham Lincoln?”

“Und du bist auch John Wilkes Booth.” fügte ich hinzu.

“Ich bin Hitler?” fragtest Du entsetzt.

“Und die Millionen, die er umgebracht hat.”

“Ich bin Jesus?”

“Und jeder, der ihm gefolgt ist.”

Du fielst in Stille.

“Jedes Mal, wenn Du jemanden schikaniert hast,” sagte ich “hast Du Dich selber schikaniert. Jeden Akt der Freundlichkeit hast Du dir selber getan. Jeder glückliche und traurige Moment, der jemals von einem Menschen erfahren wurde, wurde von Dir erfahren.”

Du dachtest eine lange Zeit nach.

“Warum?” fragtest Du mich. “Warum das alles?”

“Weil Du eines Tages wie ich sein wirst. Weil es das ist, was Du bist. Du bist einer von meiner Art. Du bist mein Kind.”

“Whoa,” sagtest Du skeptisch. “Du meinst, ich bin ein Gott?”

“Nein. Noch nicht. Du bist ein Fötus. Du wächst noch. Wenn Du jedes menschliche Leben der gesamten Zeit gelebt hast, wirst Du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.”

“Also ist das gesamte Universum… es ist nur ein…”

“Ein Ei.” antwortete Ich. “Jetzt ist es für Dich an der Zeit, dein nächstes Leben zu leben.”

Und ich schickte Dich auf Deinen Weg.

 

August 22

Warum es ok ist wenn du fälllst ……. solange Du immer wieder aufstehst.

Seit langer Zeit habe ich im Netz mal wieder ein Video gefunden, das mich wirklich begeistert und das ich immer wieder anschaue.

Das Video zeigt ungeschönt Arthur Boormans Weg von einem übergewichtigen und behinderten Veteranen hin zu einem schlankeren, gesünderen und mit Sicherheit glücklicherem Mann, der zeigt, dass alles möglich ist.
Solange man nicht aufgibt, sondern immer wieder aufsteht, ganz egal wie oft man fällt.
Solange man an sich selbst glaubt und an das was man erreichen kann.

Die Aufnahmen sind so ehrlich, Arthur teilt mit der Welt auch die Momente und Aufnahmen, die vermutlich die meisten von uns beschämt gelöscht oder in die Schublade gesteckt hätten.
Aber gerade das macht seine Leistung so fantastisch.

Beim Ansehen kam mir ein Zitat in den Sinn – ich glaube es ist von Byron Katie – , das mir gut gefällt:

„Am Ende ist alles gut. Wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.“

Februar 5

Die goldene Schraube – oder: was wären wir ohne unsere Symptome?

„Ein Knabe wird geboren. Er ist gesund und wunderschön. Das Kind hat zum Entsetzen der Eltern nur einen einzigen Fehler: Anstatt des üblichen Bauchnabels hat das Kind eine goldene Schraube. Die Eltern achten peinlich darauf, dass niemand diesen Makel zu Gesicht bekommt. Sie reisen von Arzt zu Arzt und von Land zu Land. Aber niemand weiß Rat. Weder mit List noch mit Gewalt: Diese Schraube bewegt sich keinen Milimeter.

Das Kind ist schließlich ein erwachsener Mann. Wie die Eltern hat der Mann nur ein Bestreben: Die goldene Schraube muss weg.

Er reist von Kontinent zu Kontinent. In Indien bekommt er schließlich den Rat, dass hoch oben im Himalaja ein Baum sei, und dort könne er die Lösung finden. Der Weg wird ihm beschrieben, und er macht sich auf die lange, beschwerliche Reise. Tatsächlich, an der beschriebenen Stelle ist besagter Baum. Sehr müde schläft der Mann mit dem goldenen Bauchnabel ein. Er träumt einen langen Traum, an dessen Ende er einen Busch findet, der unzählige goldene Werkzeuge trägt. Eines dieser Werkzeuge ist ein goldener Schraubenschlüssel, der anscheinend genau die Größe seiner Bauchnabelschraube hat. Er nimmt sich diesen Schlüssel im Traum und setzt ihn an seinen Bauchnabel. Und in der Tat – mit diesem Schlüssel öffnet sich seine goldene Schraube spielend.

Er wacht etwas benommen unter dem Baum im Himalaja auf. Er erinnert sich noch deutlich an den Traum. Plötzlich wird ihm klar, was er geträumt hat, und er reißt sich das Hemd aus der Hose und schaut auf seinen Bauch: Die goldene Schraube ist weg!

Ein Gefühl der Glückseligkeit überströmt ihn. Er springt auf. Hinter sich hört er ein schepperndes Geräusch. Verwundert schaut er sich um und stellt fest, dass ihm der Hintern abgefallen ist.“

(aus Bernhard Trenkle: „Das Ha-Handbuch der Psychotherapie“)

 

Und nun überlegen Sie mal:
wer oder was wären SIE eigentlich ohne Ihr Symptom?

November 20

Das verzauberte Leben oder Was Oversoul Seven für Little Tweety geschrieben hat

Kennen Sie Oversoul Seven?
Oversoul Seven – zu deutsch „Überseele Sieben“ – ist die Hauptfigur einer wunderbaren Romantrilogie (hier bei amazon erhältlich, leider nur auf englisch). Oversoul ist eine ewige Seele, die für mehrere Inkarnationen (=Menschen) quasi „zuständig“ ist. Oversoul Seven ist selbst aber noch eine lernende Seele und wird dabei von seinem „Vorgesetzten“ namens Cyprus angeleitet.

An einer Stelle des Romans ist gerade einer der Menschen für die Oversoul Seven zuständig ist, gestorben. Nach dem Tod durfte die Seele dieses Menschen sich für kurze Zeit wieder daran erinnern, wie die Welt wirklich ist und war dabei so glücklich über dieses Wissen, dass sie Angst davor hatte, wieder als Mensch auf die Erde zu kommen. Denn sie befürchtete, all das wieder zu vergessen und dadurch wieder erneut leiden zu müssen.

Oversoul Seven überredet die furchtsame Seele dennoch ein neues Leben zu beginnen und verspricht, dass er ihr dabei hilft, sich zu erinnern.  Als die Seele dann tatsächlich als neugeborenes Baby namens „Tweety“ wieder in die Welt gekommen ist, schreibt Oversoul für dieses Baby ein wunderbares kleines Büchlein, aus dem er diesem Baby jede Nacht vorliest, während es schläft.

Weil es diesen wirklich zauberhaften Roman leider nur auf englisch gibt, habe ich dieses kleine Büchlein „Oversoul Seven’s Little Book for Tweety“ ins Deutsche übersetzt und stelle es Ihnen als e-Book zum kostenlosen download hier zur Verfügung.


Stellen Sie sich einmal vor, das das Leben tatsächlich so magisch wäre, wie Oversoul es beschreibt. Dass jedes Wort, jeder Gedanke in Wahrheit pure Magie sind. Dass das Leben verzaubert ist und alles möglich ist.  Dass wir alle in der Lage sind Magisches zu bewirken, jederzeit und an jedem Ort. Das wir das sogar die ganze Zeit tun, nur wissen wir es nicht mehr.
Stellen sie sich vor, alles wäre wahr und wir hätten es tatsächlich einfach nur vergessen.
Und wie würde sich das Leben eines Babys wohl entwickeln, wenn jemand dafür sorgen würde,  dass es dieses Wissen während seines gesamten Lebens niemals vergisst?

Ich hoffe, Sie haben daran soviel Freude wie ich. :-)